
Der Botanische Garten (BOGA) Bern ist für mich ein ganz besonderer Ort. Dort wurde ich vor vielen Jahren zur Wissenschaftlerin, und dort wurde ich zur Fotografin. Zahllose Labortage habe ich mit einem Streifzug durch den Garten abgerundet, Kamera in der Hand, Grünes vor Augen. Von meiner Bench aus konnte ich den langsamen, aber unaufhaltbaren Jahreszeitenwechsel verfolgen; nach der x-ten misslungenen PCR tat ein Blick in diese Pflanzenwelt richtig gut. Für einen Kalender des BOGA Fotos zu machen, war daher für mich ein persönliches Herzensprojekt.
In früheren Jahren zeigte der Kalender, der jedes Jahr Freunden des BOGA verschickt wird, wunderbare Nahaufnahmen und Details von Blumen und Blättern aus dem Garten. Nun sollte jedoch anstatt einzelner Pflanzen der Garten selbst im Mittelpunkt stehen – als Ort zum Verweilen, zum Forschen, zum Lernen. Ansprechend sollten die Fotos sein, ohne zu gefällig zu werden; gerne künstlerisch anspruchsvoll, ohne jedoch unzugänglich zu wirken. In diesem Spannungsfeld ist eine Bilderserie entstanden, in der ich meinen ungeschönten, aber wohlwollenden Blick auf den Garten, seine Pfleger:innen, Besucher:innen und grünen Bewohner:innen kondensiert habe.
Für die Empfänger:innen des Kalenders war es sicherlich eine Herausforderung, von eleganten Pflanzendetails zu teils chaotischen, lebensnahen Szenen aus dem Garten zu wechseln. Die neue Herangehensweise ist aber gut angekommen: Gemäß einer Rückmeldung sei der Kalender wie ein Fenster, durch das man auf den BOGA sehe.